Dr. Angelika Filius

 

Ich bin 1962 geboren, habe eine Tochter, zwei Enkeltöchter und lebe in einer inspirierenden Partnerschaft. Geboren in einer Familie mit sieben Kindern wurde mir das Thema Kommunikation sozusagen in die Wiege gelegt. Zwei Fragen begleiten mich deshalb seit 25 Jahren: „Wie können wir unsere Lebens- und Arbeitswelt freundlicher und erfüllender gestalten?“ und „Was hilft wirklich?“. Die Antwort lautet immer wieder: Kommunikation und Beziehung. 
 

Meine Berufsbiographie beginnt in den Naturwissenschaften (Agraringenieurwesen und Geoökologie), geht weiter über Lehr- und Gutachtertätigkeiten im Umweltschutz, Personalleitung in einem mittelständischen Unternehmen, Projektleitungen zum Thema „Familienfreundlichkeit in Unternehmen“ hin zu meiner derzeitigen Tätigkeit als Kommunikations-, 'Ex-In- und Recovery-Trainerin (Recovery = Wiedererstarken, Genesen).

 

Grundlage hierfür sind vor allem meine eigenen seelischen Krisen und Psychiatrieaufenthalte nach einem Autounfall, bei dem ich ein Bein verlor. Sie sehe ich heute als meine Schätze an, die es mir ermöglichen, andere Menschen feinsinnig wahrzunehmen und Betroffene, Angehörige und ganze Familiensysteme bei deren Genesung und Selbststärkung zu begleiten.

 

In Unternehmen schule ich Teams und Führungskräfte darin, Ehrlichkeit, Fehlerfreundlichkeit, Selbstfürsorge und Eigenverantwortung zu kultivieren. Die Themen "Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz" und "Prävention" liegen mir besonders am Herzen.

 

Meine Qualifikationen sind:

  • Gestalt-Körpertherapeutin
  • Ex-In-Genesungsbegleiterin und -Trainerin
  • Kommunikationstrainerin und council
  • Fortbildungen in Traumadynamiken und Hospizarbeit

 

 

Meine "Krisen- und Genesungs-Geschichte"

 

Mitten in meiner Tätigkeit als Umweltgutachterin erlebe ich eine tiefe Sinnkrise. Ich sehe den Vater meiner Tochter nach vielen Jahren zum erstenmal auf einer Feier wieder und mein bis dahin so "erfolgreiches" Leben bricht zusammen wie ein Kartenhaus. Monatelange Platzangst, Panikattacken, Depression sind die Folge. Eine vierwöchtige Intensivtherapie hilft mir, mein Gefühlsleben (wieder) zu entdecken.

 

Diese intensive emotionale Erfahrung lässt mich an meinem Beruf zweifeln. Ich möchte Menschen wachsen sehen - nicht Aktenordner und Müllberge!

 

1996 beginne ich deshalb berufsbegleitend eine gestalttherapeutische Ausbildung. Nach zwei Jahren wird mir mein Leben als Umweltgautachterin zu eng. Ich kündige Job, Partnerschaft und Wohnung und begebe mich auf eine  "geistige Wanderschaft". Transpersonalpsychologie in der Schweiz, spirituelle und kreative Seminare quer durch Deutschland, mehrere Monate in einem indischen Ashram. Für mich das Paradies auf Erden: Freiheit und Entwicklung pur! Geistige Öffnungen, körperliche Sensationen und ein ganz tiefes Erkennen des "Lebendigen". Wunderschön!

 

Allerdings: zu viel, zu schnell und zu alleine. Ich kann die Inhalte und Erfahrungen nicht integrieren und verliere zunehmend den Boden unter den Füßen. Dann 1998 eine Art "Amoklauf", an dessen Ende ich in einem völligen Ausnahmezustand unter einen LKW springe. ERDUNG PUR! Oder: "Willkommen zurück auf der Erde!"
 

Ich verliere bei diesem "Zusammenstoß" ein Bein, der andere Fuß ist schwer verletzt. Die Diagnose: Affektive Psychose! und die "Aufklärung" der Ärtze: "Pech gehabt! Kann jedem passieren. Da ist im Gehirn eine Sicherung durchgebrannt. Das hat mit ihrem Leben nichts zu tun. Medikamente nehmen, ruhig leben, keine Spiritualität - und vor allem TAGESSTRUKTUR!"

Meine lange "Recovery-Reise" beginnt... und damit die tiefe Suche nach Sinn und dem Zusammenhang mit meiner Lebensgeschichte. Immer wieder gab es Psychiatrieaufenthalte - eher mit den Symptomen einer Posttraumtischen Belastungsstörung. Die Diagnose lautet aber:  Paranoide Schizophrenie.

 

Letztendlich habe ich meinen Genesungsweg zu meinem neuen Berufsweg gemacht: Meine Psychiatrieaufenthalte, meine Selbsterforschung, das Verstehen meiner "Psychosen" als Wachstumsschübe, das Erkennen meiner extremen Leistungsorientierung von frühester Kindheit an, meine Ex-In-Ausbildung und Ex-In-Trainerausbildung, Fortbildungen in gewaltfreier und transparenter Kommunikation  - all das sind Bausteine meiner jetzigen Tätigkeit als Dozentin und Seminarleiterin in Kliniken und im psychosozialen Dienst und als Personaltrainerin in Unternehmen.